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auf dieser Seite stellen wir Ihnen Themen aus der Bekleidungsbranche vor, welche Ihnen beim Einkauf hilfreich sein können und die Qualitätsunterschiede des vielfältigen Warenangebotes auf dem Markt leichter erkennen lassen. Wenn sie eine persönliche Fragen haben, senden Sie uns eine eMail und wir werden uns bemühen Ihnen weiter zu helfen.


 

Merinoschafe

Die Bezeichnung Wolle gilt nach dem Textilkennzeichnungsgesetz nur für Fasern vom Fell des Schafes. Bei der Verarbeitung von Wolle im hochwertigen Bekleidungsbereich wird eine Schafrasse bevorzugt, die Merinoschafe. Die "Merinos" stammen ursprünglich aus Spanien, ausgezeichnet hat sich diese Rasse aufgrund der außergewöhnlichen Länge, Dichte und Weichheit ihrer Wollfasern. Ihr Fleisch hingegen zeugt eher von minderwertiger Qualität. Mit den Siedlern gelangten die "Merinos" vorwiegend nach Europa und Australien. Durch die Kreuzung der "Merinos" mit heimischen Schafrassen entstanden unterschiedliche Arten der ursprünglichen "Merinos" mit speziellen Eigenschaften der jeweiligen Wolle, die sogenannten Crossbreds. Im letzten Jahrhundert kristallisierte sich Australien als das Mekka der Schafzucht heraus. Hierbei spielten insbesondere die klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren eine bedeutende Rolle. Ähnlich wie Australien entwickelte sich auch Schottland zu einer der führenden Nationen in der Schafzucht.

Wolle aus Australien

Geelong ist eine Stadt in Australien im Bundesstaat Victoria, süd-westlich von Melbourne. In der Umgebung von Geelong wird eine Schafrasse gezüchtet, deren Wolle als eine der hochwertigsten der Welt bezeichnet wird.

     

Die Geelong-Lammwolle darf nur als solche bezeichnet werden, wenn Sie von Schafen stammt, die nicht älter als 7 Monate sind. Nur die Wolle, welche bei der garantierten Erstschur der Lämmer aus der Geelong Region gewonnen wird, trägt den Namen "Super-Geelong". Die Wolle der älteren Schafe wird als "normale" Lammwolle verkauft, allerdings nur bis zum 1. Lebensjahr, d. h. noch 3 weitere Monate. Danach wird die Geelong-Wolle endlich zur Wolle (Schafwolle). Der Griff der Geelong-Lammwolle ist weicher als der jeder anderen Lammwolle und gleichzeitig ist dieses Garn deutlich widerstandsfähiger als ein Cashmeregarn. Der optimale Griff entwickelt sich allerdings erst nach den ersten 3-4 Wäschen.

Wolle aus Schottland

Dieser Abschnitt wird aufgrund von Verzögerungen in der Recherche nachträglich eingefügt. Wir bitten um Verständnis!

Qualitätsunterschiede

Nach Art der Gewinnung unterscheidet man verschiedene Wollsorten. Schurwolle ist die vom lebenden Tier gewonnene, wertvollste Wolle. Die von den Häuten gesunder, geschlachteter Schafe gewonnene Hautwolle (Schwitz- oder Schwödewolle) ist besser als die Kalk- oder Gerberwolle, die in Gerbereien nach dem Kalkäscherverfahren ausgerauft wird. Die von kranken, verendeten Tieren stammende Sterblingswolle hat den geringsten Wert. Die Wolle des zum ersten Male geschorenen, noch nicht ein Jahr alten Tieres ist die weiche, zarte Lammwolle. Die Wolle der älteren Schafe heißt Jährlings-, Mutter- und Widderwolle. Schulter-, Hals- und Seitenwolle ist wertvoller als Rückenwolle, Wolle von Kopf, Bauch und Füßen am wenigsten wertvoll.

Die Länge der Wollfasern, ihr "Stapel", schwankt zwischen 2-30 cm und mehr. Merinowollen sind kürzer als Crossbredwollen. Die kräftigeren Crossbredwollen glänzen stärker als die feineren Merinowollen. Wie Länge und Glanz ist auch die Feinheit der Wollfasern von der Rasse der Wollträger abhängig. Merinowolle ist sehr fein, Crossbredwollen sind gröber. Feinheit und Länge stehen in unmittelbarer Beziehung zueinander: "je länger, desto gröber, je kürzer, desto feiner" gilt für alle Wollen. Im Handel wird die Feinheit der Wolle durch Buchstaben angegeben (A-E, mit AAAA wird die feinste Qualität bezeichnet).

   

Nun ist die Wollsorte nicht das einzige Kriterium zur Beurteilung der Qualität eines Pullovers oder anderen Strickteils. Ein weiteres Kriterium wäre zum Beispiel, die Menge der verarbeiteten Wolle in einem Pullover. Die Anzahl der Fäden, die auf einem Inch miteinander verstrickt wurden, werden in dem englischen Eichmaß "Gauge"(sprich: geiidsch) angegeben. Wenn sie also von einem 21-Gauge Pullover hören, dann handelt es sich hier um einen Pullover, der auf einer Breite von einem Inch 21 Fäden verstrickt hat und dadurch deutlich mehr Wolle beinhaltet, als ein Pullover, der auf einer 12 Gauge-Maschine gestrickt wurde.

Eigenschaften der Wolle

Die Reißfestigkeit, d.h. der Widerstand, den die einzelnen Fasern dem Zerreißen entgegensetzen, ist beträchtlich. Die Tragfähigkeit feinster Wollfasern beträgt etwa 5g und entspricht etwa der Tragfähigkeit der Baumwolle. Sie steigt mit zunehmender Stärke der Wollfasern und kann bis zu rund 25g bei groben Landwollen (Teppichwollen) erreichen. Die Naßfestigkeit bleibt etwas hinter der Trockenfestigkeit zurück.

Gesunde, gute Wolle ist außerordentlich elastisch und nimmt nach Zug oder Druck wieder ihre frühere Form an. Deshalb knittern aus Wolle hergestellte Erzeugnisse nur wenig und werden nach längerem Hängen wieder glatt. Wolle ist aber auch formbar, sie läßt sich durch Feuchtigkeit, Hitze und Druck in eine dauerhafte, bestimmte Form bringen. Bei über 100°C verliert die Wolle an Festigkeit, Glanz und Weichheit. Sie darf also nicht zu heiß gebügelt werden.

Wolle ist nicht kochfest, weil sie dabei filzen kann. Sie ist empfindlich gegen starke Alkalien, die in manchen Waschmitteln enthalten sind. Daher ist es ratsam alkalifreie Waschmitteln (spezielle Wollwaschmittel) zu verwenden. Eine genaue Dosierung des Waschmittels ist ebenfalls zu empfehlen, da Rückstände des Waschmittels den Wollstoff auch nach der Wäsche angreifen können. Wegen der Filzgefahr wäscht man am besten in handwarmer Waschmittellösung. Bei zu starker mechanischer Beanspruchung im Waschbad filzt die Wolle. Ohne mechanische Beanspruchung würde die Wolle selbst bei Kochtemperaturen nicht filzen.

Das Warmhaltevermögen wollener Erzeugnisse ist aufgrund der natürlichen Kräuselung der Wollfaser und damit der Fähigkeit des Stoffes, viel Luft einzuschließen, ziemlich groß. Luft leitet Wärme kaum, sondern sie isoliert.

Feuchtigkeit nimmt die Wolle gern auf (hygroskopisch), und zwar 33% ihres Gewichtes, ohne sich jedoch feucht anzufühlen. Die Wasseraufnahme erfolgt in Form von Dampf, der im Wollinnern gebunden wird. Flüssiges Wasser hingegen nimmt sie nicht auf, da Wassertropfen nicht durch die die Schuppenschicht bedeckende Haut dringen können. Außerdem ist die Faseroberfläche schwer benetzbar. Auffallende Wassertropfen lassen sich leicht abschütteln.

Das Wollsiegel

Hochwertige Waren werden nur aus reiner Schurwolle hergestellt. Ob ein Stück aus reiner Schurwolle besteht, erkennt man am eingenähten Wollsiegel-Etikett. Es garantiert nicht nur reine Schurwolle, sondern auch andere Gebrauchswerteigenschaften, wie Lichtechtheit, Wasserechtheit, Waschechtheit, Reißfestigkeit usw. Für Wollstrickartikel, die normalerweise gewaschen werden, ist außerdem eine Antifilzausrüstung vorgeschrieben, wenn sie das Wollsiegel tragen sollten. Man erkennt sie an dem Wollsiegel-Einnähetikett mit dem Zusatz "Mit Spezialausrüstung filzt nicht". Solche Waren können dann auch, ohne zu filzen, im Schongang einer modernen Haushaltwaschmaschine gewaschen werden.

Das Combi-Wollsiegel ist ein Qualitätszeichen für Schurwollhaltige Mischungen. Durch die Beimischungen werden spezifische Eigenschaften erreicht, die der reinen Schurwolle fehlen. Derartige Eigenschaften sind beispielsweise: erhöhte Scheuerfestigkeit, verbesserte Pflegeeigenschaften, erhöhte Formstabilität.

Reißwolle

Wollhaltige Abfälle der Spinnerei, Weberei, Strickerei, Wirkerei oder getragene Wollgewebe und Maschenware zerfasert man auf dem Reißwolf. Die zurückgewonnene Wolle wird dann meistens zusammen mit neuem Material versponnen. Je leichter sich die Fasern aus den Abfällen herauslösen lassen, um so besser ist die Qualität der Reißwolle. Zu Kammgarnartikeln ist Reißwolle der kürzeren Faserlängen wegen nicht verarbeitbar, sie kann daher ausschließlich in Streichgarnartikeln enthalten sein. In Waren aus Schurwolle darf sie nach dem Textilkennzeichnungsgesetz nicht vorhanden sein.

Klassifizierung der Reißwollen

Zephir ist die beste Reißwolle, sie wird aus reinwollenen, besonders weichen (getragenen) Gestricken und Gewirken gewonnen.

Shoddy ist auch eine gute Qualität. Man erhält sie aus reinwollenen Abfällen der Spinnerei (Garne), der Strickerei und Wirkerei (Maschenware).

Golfers, eine gute Reißwollsorte aus Pullovern, Strickwesten und Kleidern.

Thybet oder Thibet wird aus ungewalkten Webwaren-Abfällen hergestellt.

Mungo entsteht aus gewalkten (alten) Wollgeweben. Beim Zerreißen solcher Stoffe werden die einzelnen Fasern stark angegriffen, so daß diese minderwertige Reißwolle kurzfaserig ist, ihre Schuppenschicht kann beschädigt sein.

Alpakka (nicht zu verwechseln mit der Alpakawolle vom Lama) oder Extrawolle, eine wenig gute Qualität, erhält man aus Halbwollgeweben. Die Beimischung von gewachsenen und geschaffenen Cellulosefasern wird durch Carbonisieren entfernt.